Mittwoch, 14. April 2010

Rezension: Donna Milner, "Der Tag an dem Marylin starb"

Klappentext:
Ethie horchte in die Stille des Hauses hinein. Der Duft des grünen Satinkleids ihrer Mutter erfüllte noch immer den Raum, Soir de Paris, so hieß ihr Parfüm. Ethie konnte nicht glauben, dass sie nun für immer fort sein sollte. Aber genau das hatte der junge Polizist gesagt, nachdem Dad ihm die Tür geöffnet hatte: Es habe einen Unfall gegeben, und es tue ihm leid, ihre Mutter sei für immer »heimgegangen«. Jetzt schliefen Ethies Brüder, und Dad saß allein in der Küche, man konnte im Dunkeln die Glut seiner Zigarette sehen. Sicher dachte er darüber nach, warum Mom tot auf einem Segelboot gefunden worden war. Und warum sie getrunken hatte. Hing das alles mit dem fremden Mädchen zusammen, das gestern Morgen dagewesen war? Oder mit seiner Vergangenheit, über die er so lange geschwiegen hatte?



Meine Meinung:
Als ich das Buch "Der Tag an dem Marylin starb" bekam, wollte ich erstmal nur kurz 'reinschnuppern', denn ich hatte ja noch ein Buch zu Ende zu lesen. Dieses legte ich dann doch rasch beiseite, denn die Geschichte, der gefühlsbetonte Schreibstil und die Charaktere berühren und ziehen einen unwiderstehlich an.
Auf emotionale, aber keineswegs klischeehafte Weise lernen wir Familie Coulter kennen, gerade als sie zu zerreißen droht, denn ein Unfall kostete Mutter Lucy das Leben und der Tod dieser scheinbar wunderbaren und starken Persönlichkeit droht die Familie zu zerreißen.
Erst scheint es, als würde der Vater Howard nun vollends gegen seine innere Lethargie verloren haben, die ihn quält seit er nach 4jähriger Kriegsgefangenschaft im zweiten Weltkrieg heimkehrte. Er verfällt dem Alkohol vollends und merkt kaum noch etwas aus der Welt um ihn herum. Derweil versucht Tante Mildred das vermeintlich Beste für die Kinder zutun, auch wenn ihre Wege zweifelhaft sind.
Die Kinder gehen jeder für sich ganz eigen mit dem Geschehen um und zumeist erfahren wir die Geschichte aus der zurückblickenden Perspektive der Tochter Ethie.
Im zweiten Handlungsstrang, der sich durch die Geschichte zieht, erfahren wir mehr über das Geschehen und Erlebte während Howards Zeit in Hongkong im Laufe des Krieges. Unvorstellbares musste er erleben und es geht an die Nerven über Gräuel zu lesen, die mehr als nur Geschichte sind. Nie konnte er über diese Zeit reden, nicht mal mit seiner heißgeliebten Frau.
Was genau zu dem Tod Lucys führte, warum sie plötzlich trank (wo es doch nie ihre Art war) und was es mit dem geheimnisvollen asiatischen Mädchen auf sich hat, solltet ihr selber lesen, denn ich möchte nicht zuviel verraten.
Das war mein erstes Donna Milner Buch und ich bin positiv überrascht, denn sonst lese ich eher selten Dramen. In 2 Tagen hatte ich es durchgelesen und war oft sehr ergriffen. Ich gebe 5/5 Sterne für ein wunderschönes Buch, welches es verdient hat gelesen zu werden.

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